Nachruf
Mit großer Bestürzung und tiefer Trauer nimmt die Schulgemeinde des Marien-Gymnasiums Werl Abschied von ihrem geschätzten Kollegen Marco Hagedorn, der am 27. März 2026 nach schwerer Krankheit verstorben ist.

Marco Hagedorn
30.03.1979 - 27.03.2026
Marco Hagedorn studierte Biologie und Chemie an der Universität Bielefeld und absolvierte sein Referendariat am Zeppelin-Gymnasium in Lüdenscheid. Seit dem 1. Februar 2007 war er Lehrer am Marien-Gymnasium Werl – und für viele weit mehr als das.
Sein Anspruch an guten Unterricht war klar: Naturwissenschaften sollten verständlich, lebensnah und begeisternd vermittelt werden. Mit großer fachlicher Leidenschaft und herausragendem Engagement gelang es ihm immer wieder, Schülerinnen und Schüler für seine Fächer im Fachraum (1.27) zu gewinnen und zu prägen.
Wer ihn kannte weiß, wie viel Zeit und Herzblut er in seine Arbeit investierte. Oft bis in die späten Abendstunden experimentierte er in seinem Labor (1.26), das für viele zu einem Ort der Neugier, des Forschens und des gemeinsamen Entdeckens wurde. Besonders wichtig war ihm das eigenständige wissenschaftliche Arbeiten: Facharbeiten verband er konsequent mit praktischen Experimenten und führte seine Schülerinnen und Schüler mit großer Sorgfalt und Ernsthaftigkeit an wissenschaftliches Arbeiten heran.
Dabei stellte er hohe Anforderungen – an seine Schülerinnen und Schüler ebenso wie an sich selbst. Er verstand es dennoch, den Alltag bewusst zu leben und die kleinen, aber wichtigen Momente zu schätzen. Er betrachtete alltägliche Situationen mit Humor und begegnete auch dem Ungewöhnlichen oder Kuriosen mit einem Schmunzeln.
Mit dem von ihm initiierten „teutolab“ begeisterte er jedes Jahr aufs Neue bereits Grundschulkinder für die Naturwissenschaften. Er engagierte sich sehr für das Werler Waldlabor, das für ihn ein wichtiger Lernort war und das er nutzte, um Kindern auf behutsame Weise Naturverständnis und Naturerfahrung zu eröffnen. In der Betreuung von „Jugend forscht“-Projekten förderte er junge Talente mit außergewöhnlichem Engagement; insgesamt 44 Arbeiten entstanden unter seiner Begleitung. Viele Schülerinnen und Schüler ermutigte er, ihre Projekte bis zum Abitur weiterzuführen und weiterzudenken.
Seine Arbeitsgemeinschaften, insbesondere die Moos-AG und die Bärtierchen-AG, wurden vielfach ausgezeichnet und spiegeln seine besondere Leidenschaft für naturwissenschaftliches Arbeiten wider. Über die Jahre gelang es ihm zudem, erhebliche Drittmittel für die Schule einzuwerben und damit die naturwissenschaftliche Ausstattung zu stärken.
Auch über den Unterricht hinaus hat Marco Hagedorn das Schulleben entscheidend mitgeprägt: als langjähriger SV-Lehrer, seit 2019 als Studiendirektor mit der Aufgabe der Koordination individueller Förderung, als Mitwirkender an zentralen Abituraufgaben sowie als Dozent und Autor. Während der Corona-Pandemie setzte er wichtige Impulse für die Digitalisierung und trug maßgeblich zur erfolgreichen Einführung und Nutzung der Lernplattform Logineo bei.
Besonders am Herzen lag ihm auch die Integration ukrainischer Schülerinnen und Schüler, denen er mit großer Offenheit und persönlicher Zuwendung begegnete.
Seine Arbeit an unserer Schule war für ihn eine Berufung. Nicht nur in fachlichen Fragen war er engagiert und auch streitbar auf der Suche nach der besten Lösung. In menschlichen Belangen war er ein überaus geschätzter, einfühlsamer und kompetenter Ansprechpartner – getragen von einem aufrichtigen Interesse an den Menschen und ihren Anliegen.
Seinen eigenen schweren Weg in der Krankheit hat er mit beeindruckender Stärke und großem Willen angenommen. Bis zuletzt blieb er der Schule eng verbunden, was viele von uns sehr berührt hat.
Marco Hagedorn war ein herausragender Lehrer, ein geschätzter Kollege und vor allem ein Mensch, der unsere Schule nachhaltig geprägt hat. Viele von uns werden ihn nicht nur als Lehrer in Erinnerung behalten, sondern als Persönlichkeit – herzlich, zugewandt und mit einer von Zuversicht geprägten Haltung.
Unser tiefes Mitgefühl gilt seiner Frau Sandra, seinen Kindern Jonas und Ellen sowie seiner gesamten Familie.
Die Schulgemeinde des Marien-Gymnasiums Werl





