Sägen, schleifen und polieren, alle 14 Tage lang aufs Neue im Nachmittagsunterricht; vom groben Holzklotz bis zum streichelglatten Kunstwerk ist es ein langer Weg, es braucht Geduld und Langmut, den Willen zu harter Arbeit, denn so ein Stück Holz kann sich anfangs als ziemlich widerspenstiges Gegenüber erweisen! Umso stolzer präsentierten acht junge Bildhauerinnen und Bildhauer des Marien-Gymnasiums am Mittwochnachmittag bei einer festlichen Vernissage im Foyer ihre Werke. „Was steckt im Holz? Weniger ist mehr“, das nunmehr vierte Kunstprojekt am MG im Rahmen des Landesprogramms Schule und Kultur.

 

Die künstlerisch begabten Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 9 und der Einführungsphase (EF) versuchten sich an ihren Objekten unter Anleitung des Werler Künstlers Hubert Romeyke – wohlbekannt am MGW, denn er war dort über 30 Jahre Kunst- und Mathelehrer. Die beiden verhüllten Skulpturengruppen in den Fensternischen des Schulfoyers machten Mitschüler und Lehrer schon Tage zuvor neugierig, am Mittwochnachmittag wurden sie endlich feierlich enthüllt.

Was im Ergebnis so einfach aussieht, ist in der Realität harte Arbeit gewesen. Man muss schon Überzeugungstäter sein, um nahezu ein Schuljahr lang viele Stunden und Nachmittage auf Holz zu schlagen, zu raspeln, zu schmirgeln und zu feilen... damit aus einem rauen, unförmigen Stück Baumstamm am Ende eine formschöne aussagekräftige Skulptur mit schmeichelnd glatter Oberfläche entsteht. 

„Nun sind unsre Skulpturen, die nach dem Motto ,wenger ist mehr´erarbeitet wurden, fertig, und wir sind daher schon ein bisschen stolz auf die Ergebnisse“, freut sich Teilnehmer Jannik Geisthoff für seine kleine Bildhauer-Gruppe.

Deren großer Dank geht an den ehemaligen Lehrer Hubert Romeyke: „Ohne Ihre große Geduld und tatkräftige Hilfestellung wären diese überzeugenden Ergebnisse sicher nicht möglich gewesen!“  Jannik selbst investierte in das künstlerische Holzprojekt besonders viel Zeit, er designte Flyer und Plakate selbst, vervielfältigte sie und hat das Projekt durchgehend dokumentiert.

Michelle Babik und Michel Bengtsson dankten bei ihrer Eröffnungsrede herzlich auch ihrer Kunstlehrerin Gina Nordmann, die den Kontakt zu Hubert Romeyke herstellte und das Projekt mit künstlerischem Feingefühl begleitete.  „Wir konnten in diesen vielen Wochen einen neuen Einblick in die Vielfalt der Kunst gewinnen, denn in diesem Projekt stand das skulpturierende Arbeiten mit Holz im Vordergrund. Das war für uns neu“, berichten Michelle und Michel. „Mit viel Geduld und Fleiß haben wir viele Wochen später unsere ersten Handschmeichler fertiggestellt, zwischendurch betrachteten und besprachen wir bemerkenswerte Werke vieler Bildhauer, darunter Henry Moore oder Jean (Hans) Arp.“

Das ganze Projekt, betonen Michelle und Michel stellvertretend für die ganze Gruppe, „hat uns sehr viel Freude bereitet. Und nach monatelanger Arbeit sind wir nun auch stolz auf unsere Skulpturen!“ Anschauen und Antasten ausdrücklich erwünscht – denn die Kunstwerke bleiben dauerhaft im Marien-Gymnasium.

(Teilnehmer des Kurses: Michelle Babik, Jennifer Behnke, Michel Bengtsson, Lea Debat, Beyza Demir, Jannik Geisthoff, Emma-Lynn Plümper, Lilly Shaya)

Künsterlische Leitung: Hubert Romeyke

Organisatorische Leitung / MG Lehrerin: Gina Nordmann

Fotos: Iwan Schlegel

Silvia Rinke

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