Anfang April dieses Jahres bekam das Marien-Gymnasium Werl, begleitet von der Deutschlehrerin Natal’ja Sen’kov und der Schulleiterin Natal’ja Snigur, Besuch von neunzehn Schülerinnen und Schülern seiner russischen Partnerschule in Luga, für russische Maßstäbe mit 170 Kilometern nur unweit von St. Petersburg gelegen.

Vom 23.05. bis zum 01.06. hielten sich die neunzehn deutschen Partnerinnen und Partner zum Gegenbesuch in Rußland auf.

 

Die Schülerinnen und Schüler wurden, genau wie die sie begleitenden Lehrerinnen – Christina Kasemir und Annette Küper – sowie ich selbst, von ihren Gastgebern mit der berühmten russischen Herzlichkeit aufgenommen, umsorgt, gehegt und gepflegt, was insofern besondere Erwähnung verdient, als der Lugaer Bezirk im Zweiten Weltkrieg von der deutschen Wehrmacht erobert, jahrelang besetzt und schwer zerstört worden war.

Die Gruppe besuchte die seit dem letzten Aufenthalt nunmehr komplett renovierte, nicht mehr wiederzuerkennende Schule ihrer Partner und unternahm unter anderem Ausflüge in den ehemaligen Fürstensitz Nowgorod, eine der ältesten Städte Rußlands,  zur Sommerresidenz der Zaren in Puschkin sowie zum Schloss in Peterhof mit seinen weltberühmten Springbrunnen.

Luga ist die grüne Lunge des Leningrader Gebiets und daher beliebtes Erholungsgebiet der Petersburger. Deshalb durfte auch ein Picknick in der Natur mit Schaschlik vom Grill nicht fehlen. Der Aufenthalt der Deutschen hatte sich schnell herumgesprochen: Die 'Lugaer Prawda' berichtete ausführlich von dem Ereignis.

Nach knapp einer Woche und einem bunten Abend, an dem es von den Gasteltern Abschied zu nehmen galt, stand die Weiterreise nach St. Petersburg auf dem Programm, wo die Gruppe sich insgesamt drei Tage aufhielt. Die noch nicht gänzlich weißen Nächte, der Newski-Prospekt, die Ermitage, die Peter und Pauls-Festung sowie die tiefste Metro der Welt sind nur einige der Stationen und Ereignisse, die die Werler geboten bekamen.

Die deutsche Delegation setzte sich im übrigen aus Schülerinnen und Schülern der Stufen neun bis zwölf zusammen, die entsprechend zwei bis vier Jahre Russischunterricht erteilt bekommen haben und daher über unterschiedliche Sprachkenntnisse verfügen. Aber auch die Neuntklässler harmonierten trotz Handicaps durchweg prächtig mit ihren Partnern, und so waren sich am Ende alle einig: Die Rußlandreise wird insbesondere wegen der erfahrenen herzlichen Gastfreundschaft, aber auch wegen der gebotenen Einblicke in die andere Kultur, in die besondere Lebensweise und in die doch ein wenig unterschiedliche Mentalität ein unvergeßliches Erlebnis bleiben. 

Diese internationale Begegnung lässt sich vergleichen mit einem Räderwerk, bestehend aus den Schülern, den Eltern, den Organisatoren und den Sponsoren. Außer den Eltern waren diese in Rußland die Stadt Luga und auf deutscher Seite der Förderverein des Marien-Gymnasiums. Alle Teile des Getriebes funktionierten – wie bisher immer – wie geölt.

Der nächste Austausch im Jahre 2021 ist daher bereits fest eingeplant.

Dr. Jörg Kaltwasser

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